Der Blick über den Tellerrand

Wie uns Rolls-Royce hilft die Energiewende zu meistern

Wer komplexe Systeme beherrschen will, muss Daten möglichst zeitnah miteinander vernetzen. Die Technik, die uns die Energiewende ermöglicht, ist ein komplexes System. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Übermittlung und Vernetzung von großen Datenmengen.

Die Energiewende, zu der wir uns nicht nur politisch sondern auch gesellschaftlich entschlossen haben, ist eine der größten und anspruchsvollsten Aufgabe, der wir uns in den vergangenen Jahrzehnten gestellt haben. Die Komplexität der Aufgabenstellung ist nahezu beispiellos und stellt das bestehende Energiesystem vor kurz- bis mittelfristig zu lösende Herausforderungen.

Versorgungsstabilität als Grundeigenschaft der Energieversorgung

Als Kunde möchte ich einfach das Licht anmachen, die Waschmaschine nutzen und Essen kochen, wenn ich es für richtig halte. Sich darüber Gedanken zu machen, ob Energie zur Verfügung steht, wäre zu Recht zu viel verlangt. Auch die Wirtschaft hat – zu Recht – den Anspruch, Energie stetig verfügbar zu haben. Da geht es um Standortentscheidungen für die Ansiedlung von Firmen und Produktionsanlagen – also um Arbeitsplätze.

Energie aus Wind und Sonne: wo ist sie wenn man sie braucht?

Die Vermittlung zwischen diesem „Immer da“-Anspruch und der regenerativ erzeugten, oft schwankend zur Verfügung stehenden Energie ist die entscheidende Aufgabe. Es kommt dabei auch durchaus vor, dass lokal mehr Energie zur Verfügung steht als benötigt wird. Und hier kommen Informationen ins Spiel. Detaillierte Kenntnis über aktuelle Zustände und zukünftiges Verhalten ist ein Schlüsselfaktor dafür, damit das Energiesystem auch zukünftig stabil und kosteneffizient betrieben werden kann.

Wissen schafft Flexibilität und ermöglicht Komplexität zu meistern

Kenntnisse, über den momentanen oder erwarteten Betriebszustand des Energiesystems, ziehen wir aus zu Verfügung stehenden Daten – und diese Daten werden in naher Zukunft von immer größerer Bedeutung werden, um die benötigten Informationen daraus abzuleiten. Das gilt offensichtlich für Daten, die in Echtzeit zur Verfügung stehen müssen, wie die momentane Erzeugung, der Verbrauch und die Speicherkapazität einzelner Anlagen. Wenn an manchen Tagen extremer Sonnenschein gepaart mit starkem Wind auftritt, und dies auch noch am Sonntag, muss der Energieversorger Maßnahmen ergreifen können, um das Energiesystem vor Überlastung zu schützen.

Aus der Verknüpfung von Daten zusätzliche Erkenntnis gewinnen

Aber nicht nur die absolute Zahl von Messdaten aus dem Energiesystem ist entscheidend. Eine Herausforderung ist es auch, unterschiedlichste Datenquellen zu integrieren und in Analysen einzubeziehen. Dabei sind zum Beispiel meteorologische Daten ein offensichtliches Beispiel dafür, aus Windenergieanlagen erzeugten Strom zu prognostizieren. Daten aus geologischen Systemen können zusammen mit meteorologischen Daten auf optimale Standorte von Windanlagen hindeuten. Daten aus den Verbräuchen eines Stadtteils oder einer Ortschaft können dazu beitragen, lokale Kapazitätsbedarfe von Erzeugungs- und Speichersystemen zu bestimmen.

Vergleichbare Datenanalysen helfen auch Rolls-Royce

Beispielhaft ist ein Blick in die Luftfahrt: Es ist keine Frage, fliegen ist ein sehr komplexer Vorgang und ein Flugzeug ein Inbegriff von Komplexität. Flugzeugmotoren von Rolls-Royce hängen ununterbrochen an einem Datennetz, während sie starten, fliegen, auf dem Flugfeld stehen oder parken. Egal, wo auf der Welt ein Triebwerk gerade im Einsatz ist, schickt es einen steten Datenstrom zu seinem Konstrukteur.

Die Motoren liefern laufend Daten darüber, unter welchen Einsatzbedingungen sie gerade arbeiten. Sobald ein Problem auftritt, analysieren die Rolls-Royce-Techniker, was nach der nächsten Landung zu unternehmen ist. Dazu nutzen sie riesige Datenbanken, die mit der Nutzung weiter anschwellen – und die Auswertung geschieht, noch während das Flugzeug in der Luft ist. Damit sparen die Fluggesellschaften mehrere Stunden Wartungszeit am Boden und das nötige Ersatzteil ist schon auf dem Weg zum entsprechenden Flughafen, wenn das Problemtriebwerk noch gar nicht wieder am Boden ist. Hier wird Komplexität beherrscht.

Aus Daten Informationen generieren – das ermöglicht Beherrschung von Komplexität

enera will Daten auch für ein effizientes und effektives Energiesystem nutzen. Es wird eine Plattform in der Modellregion aufgebaut, die allen Beteiligten individuelle Fragestellungen beantwortet in dem sie aktuelle, statistische und historische Daten und Informationen unterschiedlicher Datenquellen analysiert, ähnlich dem Rolls-Royce-Beispiel. Durch diese Plattform werden zukünftig auch Fragestellungen adressierbar, die unter Umständen heute noch nicht bekannt sind. In der Informationstechnologie spricht man hier von „Big Data“ – ein Begriff, der möglicherweise davon ablenkt, dass es sich hierbei nicht nur um die schiere Menge von Daten geht, sondern auch um deren Geschwindigkeit und Vielfalt. Ein zukunftsweisendes Thema.