Der Energiewende-Demonstrator 1

Demonstrationsprojekt als Chance für die Energiewende

Der starke Demonstrationscharakter und die Konzeption von enera stecken voller Chancen für unterschiedlichste Akteure aus der Energiewirtschaft, der Politik, der Wissenschaft und letztendlich für die Menschen. Aus der Erkenntnis, dass das Energiesystem Veränderung braucht, ergeben sich neue Entwicklungspfade, die enera nutzen möchte.

Eine weitere unternehmerische Perspektive

enera gibt der Energiewirtschaft die Möglichkeit, neue Wege zu erkennen und zu erproben, um ihre Rolle in einem sich radikal verändernden Umfeld (Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken, Veränderung von etablierten Geschäftsmodellen) neu zu definieren. Das Projekt möchte nicht nur zeigen, wie die Energieversorgung von morgen technisch funktioniert, sondern eine Plattform bieten, um neue Geschäftsmodelle zu konzipieren und in einem veränderten Marktumfeld zu testen. Die Energiewende braucht eine neue unternehmerische Perspektive!

Neue Wege für politische Lösungen

Für die Politik kann enera einen großen Schritt bedeuten, von einer Energiewende, die auf staatlichen Anreizen basiert, zu einem marktgetriebenen Prozess zu gelangen. Denn es ist ausdrückliches Ziel des Projektes, aus den Ergebnissen und Erfahrungen Empfehlungen abzuleiten, die von der Politik aufgegriffen und bei zukünftigen ordnungspolitischen Veränderungen berücksichtigt werden können. Politische Akteure von Bundesebene bis zu den Städten und Gemeinden können so neue Möglichkeiten erkennen, den Wandlungsprozess des Energiesystems gezielter und effizienter zu steuern und sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen.

Perspektiven durch Forschung und Innovation

Die übergreifende Begleitforschung von enera ermöglicht es wissenschaftlichen Instituten, in einem relevanten Forschungsgebiet neue Perspektiven zu entwickeln. Neben der Stärkung des Wissensstandortes Deutschland ist dies auch ein fruchtbarer Boden für Startups (kleine, innovative Unternehmen), die oft im Umkreis von Universitäten entstehen. enera hat einen in das Projekt integrierten Prozess geschaffen, der ausgewählten Startups die Chance gibt, die Leistungsfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle im Projekt enera zu demonstrieren.

Akzeptanz für Veränderungen

Basis von enera ist die Akzeptanz und das Verständnis, dass eine Transformation des gesamten Energiesystems nicht nur notwendig sondern auch mehrwertstiftend ist. Es werden ganz konkret in Deutschland immer mehr konventionelle Erzeugungsanlagen abgeschaltet (insbesondere AKWs) und immer mehr erneuerbare Erzeugungsanlagen errichtet. Dies bringt schon heute in Teilen von Deutschland das Versorgungssystem an seine Grenzen, weil Spannungs- und Frequenzhaltungsprobleme zunehmen und es damit aufwändiger wird, die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten. Es gibt bisher Uneinigkeit über die Frage, wie mit diesem immer komplexer werdenden dynamischen System umzugehen ist – und es fehlt auch an Daten und Erfahrungen für die verschiedenen Szenarien.

Von Problemen zu Lösungen

Es braucht Veränderung auf der Gesetzgebungsebene, in der Energiewirtschaft und auch beim Umgang der Menschen mit Energie. Die Zeit, in der ausschließlich große Kraftwerke die Menschen versorgt haben und das System einfach strukturiert und leicht zu kontrollieren war, ist vorbei. Wir haben immer mehr fluktuierende, dezentral erzeugte erneuerbare Energie im Netz und es herrscht große Zustimmung, dass dies der richtige Weg ist. Die Kritikpunkte an der Energiewende kommen in der Regel aus einer Preisdebatte („Das ist zu teuer!“) und der fehlenden Beherrschung der komplexer werdenden Systeme („Das ist technisch nicht möglich!“).

Für enera ist es wichtig, dass die Vision greifbar wird und damit den Weg in die Wirklichkeit findet. Was muss nun also getan werden um dieses System einem wertschöpfungsübergreifenden Transformationsprozess zuzuführen? Wir geben in den nächsten fünf Blogbeiträgen einen Überblick, was mit enera konkret demonstriert wird und wie dies einen Lösungsweg für den nächsten großen Schritt der Energiewende aufzeigt.

Im nächsten Blog dieser Serie: Digitalisierung der passiven Infrastruktur