Der Energiewende-Demonstrator 2

Digitales Update der passiven Infrastruktur

Daten und Informationen sind die Schlüsselelemente für den Betrieb komplexer Systeme. Das ist im Energieversorgungssystem nicht anders als in anderen Systemen. Die Ambitionen von enera lassen sich daher nur auf Grundlage einer weitgehenden Digitalisierung der passiven Infrastruktur umsetzen.

Rollout von Messtechnologie als erster Schritt

Die effiziente Weiterentwicklung der Energiesysteme benötigt Informationen darüber, wieviel Energie wo gerade erzeugt und verbraucht wird und welche Lastflüsse aktuell im Stromnetz beobachtbar sind. Derzeit stehen noch zu wenige Daten hierfür zur Verfügung. Mess- und Kommunikationstechnologien müssen daher in der enera Modellregion gezielt ausgebaut und eingesetzt werden, um dieses Problem zu lösen. Wir wissen bislang nicht präzise genug, was im Energiesystem passiert. Damit können wir die neuen Fähigkeiten, die Digitalisierung und flexible Steuertechnik mit sich bringen, um Erzeugung und Verbrauch automatisch so aufeinander abzustimmen, dass Energie optimal effizient genutzt wird, nicht ausreichend einsetzen: Soll z.B. die Biogasanlage anspringen, wenn der Ertrag aus der Windkraft zurückgeht, und ein Betrieb seine Produktion erhöhen, wenn bei steifer Brise ein Überschuss an Windstrom besteht, müssen die entsprechenden Daten zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle vorliegen, um die nötige Transparenz und die richtigen Impulse zu geben. enera braucht deshalb mehr Informationen über das Energiesystem und die relevanten Akteure – und das in Echtzeit.

Grundlage für alle weiteren Aktivitäten von enera

Heute managen Netzbetreiber die Energieinfrastruktur oft ohne detaillierte Echtzeitinformationen darüber, wo gerade welche Strommengen fließen, oder wieviel Flexibilität bei Erzeugern und Verbrauchern gerade besteht, um ihr Verhalten anzupassen: Kenntnisse, die in einem überwiegend von erneuerbaren Energien geprägten (Energiewende-)Energiesystem unerlässlich sind. enera wird Mess- und Kommunikationstechnik, die diese Informationen liefert, in konkreten Anwendungsfällen erproben und in der Modellregion „flächendeckend“ ausrollen. So entsteht die Grundlage für alle weiteren Schritte von enera.

Technologiemix sichert die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Regionen

Bei den Kommunikationstechnologien kann in der Modellregion auf vorhandene Infrastruktur, z. B. Kupferkabel, Lichtwellenleiter, Mobilfunk, zurückgegriffen werden, was jedoch nicht bedeutet, dass nicht auch neue Technologien, wie z.B. Funksysteme, zum Einsatz kommen könnten. Das Ziel ist, einen Technologiemix für eine effiziente Kommunikation der Mess- und Steuertechnik zu identifizieren, der später auch auf Regionen mit anderen topographischen Eigenschaften übertragen werden kann.

Im nächsten Blog dieser Serie: Daten erhalten neue Bedeutung für Energiesysteme