Der Energiewende-Demonstrator 3

Daten erhalten neue Bedeutung für Energiesysteme

Die digitale Veredelung der passiven Infrastruktur des Energie­systems im Rahmen von enera bietet grundlegend neue Möglich­keiten, aus den dadurch ermittelten Daten relevante Erkenntnisse zu gewinnen. Bisher ist das Datenlernen im Energiesystem die große Ausnahme – für enera ist es ein zentraler Baustein.

Informationen: das A & O für das Internet der Energie

Bisher genügten rudimentäre Messpunkte im Energiesystem, um es stabil zu betreiben und zu führen, da die ursprüngliche Versorgungsaufgabe dieses Systems darin bestand, Energie von zentralen Kraftwerken top-down zu verteilen. Durch die bereits bekannten neuen Anforderungen an ein für die Energiewende notwendiges dynamisches Energiesystem wird eine Eigenschaft immer wichtiger: die schnelle Reaktionsfähigkeit auf sich kurzfristig ändernde Bedingungen. Um den dynamischen Interessen aller Akteure gerecht zu werden, ist transparentes Wissen, wie z. B. über den Zustand des Energiesystems, eine Grundvoraussetzung. Dafür müssen Informationen aus einer Vielzahl von Datenpunkten gewonnen werden; sie schaffen die Grundlage für einen effizienten und volkswirtschaftlichen Einsatz neuer Technologien und Marktmechanismen. Der Umfang dieser Daten kommt im Vergleich zur bisherigen Situation einem Zeitsprung in die Zukunft gleich.

Digitalisierung: Herausforderung und Chance

Für enera besteht die Herausforderung darin, die Sammlung, Archivierung, Auswertung und Nutzung der Informationen so zu organisieren und zu strukturieren, dass sowohl heute bereits erkennbare als auch heute noch nicht absehbare Verwertungsmöglichkeiten der Daten bestehen. Die Aufgabe von enera ist dabei von doppeltem Nutzen: Zum einen spielen kurzfristig und schnell verfügbare Informationen eine entscheidende Rolle bei der Optimierung der Netzinfrastruktur hinsichtlich benötigter Systemdienstleistungen, die z. B. Spannungshaltung oder Frequenzhaltung unterstützen. Zum anderen sind die Daten langfristig wertvoll für Geschäftsmodelle verschiedenster Unternehmen (dazu mehr in Teil 6 dieser Blog-Serie).

Datenarchitektur bildet entscheidende Grundlage

Die konkrete Aufgabe von enera besteht darin, sowohl eine IT-Infrastruktur aufzubauen und erste Datenquellen zu integrieren, als auch die Visualisierung sämtlicher Zustände im Energiesystem zu verbessern. Eine der Hauptanforderungen hier ist die Erprobung einer Datenarchitektur, die sich in anderen, bereits digitalisierten Branchen etabliert hat. Diese Datenarchitektur muss Anwendungsfall-offen gestaltet sein. Sie wird für die besten, schnellsten und flexibelsten Analysen für künftig denkbare, aber heute noch nicht zu definierende Einsatzmöglichkeiten benötigt.

Im nächsten Blog dieser Serie: Stabiles Energiesystem durch neue Lösungen