Neue Akteure in der Energiewirtschaft

Veränderung von Rollen und Rollenverständnis

Der Triple Bottom Line Theorie folgend müssen erfolgreiche Unternehmen neben Umsatz zukünftig auch Ressourcenverbrauch und sozialen Nutzen bilanzieren. Dabei spielt die Energieversorgung der Menschheit eine Schlüsselrolle.

In der Vergangenheit wurden statische Energiesysteme mit zentraler Erzeugung, großflächiger Verteilung und zentralem Vertrieb etabliert. Dabei beruhte die Erzeugung weitgehend auf nichterneuerbaren Ressourcen. Die Verteilung der erzeugten Energie wurde überregional so dimensioniert, dass die Spitzenabdeckung gesichert werden konnte. Entsprechend dieses Systems der Erzeugung und Verteilung von Energie wurden vertriebsseitig Absatzprodukte entwickelt und vertrieben. Die neue Konsumentenrolle.

Mit der Umstellung auf erneuerbare Ressourcen und dezentrale Erzeugung und der damit einhergehenden Volatilität sind flexible Energiesysteme erforderlich geworden. Der Kunde wird zum Erzeuger und Konsumenten von Energie – zum sogenannten Prosumer - der Strom fließt also nicht mehr nur in eine Richtung. In der Folge entsteht eine gänzliche neue Art des B2C-Segmentes, weg vom passiven Konsumenten bzw. Nutznießer des bisherigen Systems hin zu einem aktiv-teilnehmendem Akteur in der Energiewirtschaft.

Akteure zusammenbringen und vernetzen

Theoretisch gibt es neben der Flexibilisierung des Energiesystems noch einen weiteren Lösungsansatz, um die Energiewende einzuleiten:

Tatsächlich wird dieser Lösungsansatz lobbyseitig propagiert, da sich hier ein großes Umsatzpotential ergibt bzw. ein solches erwartet wird, dass mit der historischen Goldgräberstimmung bei der Einleitung des Atomzeitalters verglichen werden kann. Sozialverträglich ist dieses Vorhaben jedoch nicht.

Somit haben wir uns gemeinsam in enera für die Flexibilisierung des Energiesystems entschieden. Hier geht es im Wesentlichen darum die wichtigsten Akteure im neuen Energiezeitalter miteinander bekannt zu machen:

Das Wissen um den Echtzeitzustand dieser Akteure gepaart mit Prognosemöglichkeiten ermöglicht die richtige Reaktion auf verschiedene Zustände im neuen Energiesystem.

Beispielsweise kann ein Kühlhaus durch Runterkühlen als Energiespeicher im Zustand hoher Windenergieverfügbarkeit dienen. Bei Flaute wird die Kühlung abgeschaltet. Ebenso Wasserpumpen, die Wasser in die Nordsee pumpen, können bei hoher Energieverfügbarkeit mit erhöhter Drehzahl laufen und ausgeschaltet werden, wenn Energiemangel herrscht. Durch Identifikation und Bekanntmachung geeigneter Akteure kann der Dreiklang zu jedem Zeitpunkt gewährleistet werden.

Den neuen Anforderungen gerecht werden

Die Verbindung neuester Technologien ermöglicht es notwendige Informationen in Echtzeit zu erfassen, so dass Analysen und Entscheidungen auf der Grundlage des jeweiligen Zustandes des Energiesystems bewältigt werden können, und die Akteure sich als flexible virtuelle Kraftwerke zusammenführen lassen.

Auf der Grundlage dieses digitalen Energiesystems sind neue Geschäftsprozesse möglich, die wir beispielsweise im neuen Offer2Cash Prozess verwirklichen werden. Hierbei wird der Kunde eingeladen an den Vorteilen des flexiblen Energiesystems teilzuhaben, etwa indem er seinen Haushalt als zusätzlichen Speicher zur Verfügung stellt, was ihm neben dem Wahrnehmen sozialer Verantwortung auch noch finanzielle Vorteile verschafft. Elektromobilität kann in das Angebot aufgenommen werden, genauso wie das Bereitstellen geeigneter Energie-Hardware. Der Wandel weg vom reinen Verbrauchen hin zur durchgängigen „Energy –Experience“ wird somit eingeleitet.

Zusammenfassend werden wir das Herzstück der Digitalisierung des Energiesystems in enera einbringen. Mit weltweit 3000 Energieversorgern als Kunden können wir das gewonnene Wissen in die Welt hinaustragen, um die Energiewende für die gesamte Erdbevölkerung einzuleiten und so die Triple Bottom Line Compliance zu implementieren.