Start-Ups und enera

Wie Intrapreneure und Entrepreneure zusammenfinden

Start-Ups stehen für Mut, Innovationskraft und Dynamik. Nirgends entstehen (und verschwinden) Geschäftsmodelle so schnell wie in der Start-Up-Szene.

Prominente Beispiele wie Zalando, Spotify, Uber oder AirBnB wälzen ganze Wertschöpfungsketten um. Die Forschung beschäftigt sich mindestens schon seit Schumpeter und seiner Definition von disruptiven Innovationen mit der zerstörerischen Kraft von neuen gewagten Ideen. Dieses „mit dem Konventionellen brechen“ bei gleichzeitiger „trial and error“-Methode für Geschäftsmodelle begeistert mich an Start-Ups.

Schon in meiner frühen Kindheit habe ich meine Mutter und ihren Bioladen quasi als Kundenbindungsinstrument mit großen Kulleraugen unterstützt. Später unterstützte ich dann handwerklich meinen Vater, der nebenberuflich Computer zusammenstellte und verkaufte. Die Zeiten waren einfach spannend, da beide Themengebiete damals vollständig neu waren. Bei seinem Einzelhändler um die Ecke konnte man noch keine Bioprodukte kaufen, geschweige denn einen Computer bei Aldi. Heutzutage sind beide Themen breit in der Gesellschaft verankert und spezialisierte Einzelunternehmen sind nicht mehr erforderlich. Auch später im Studium habe ich in einer frisch gegründeten studentischen Unternehmensberatung „Gründungsluft“ geschnuppert. Dennoch zog es mich nach dem Studium über ein Trainee-Programm zu EWE und schließlich zur Konzernentwicklung und nicht in eine Selbständigkeit.

Für mich prägen die vielfältigen Herausforderungen die Energiewende. Herausforderungen wie Auslastungsprobleme oder Spannungshaltung, die mein Kollege Jan-Adrian Schönrock in seinem Blog-Beitrag so gut beschrieben hat, aber auch die vertrieblichen Themengebiete, wie Flexibilitätspotenziale oder Smart Home, sind Kernbestandteile von enera. enera sucht für diese Herausforderungen Lösungen. Lösungen, die schon heute existieren und in vernetzten Datenströmen ihre Vorteile ausspielen.

Darüber hinaus zeigt das Projekt in den drei Handlungsfeldern die vernetzte Bedeutung von Smart Grids, Smart Markets und BigData, als obligatorisch um die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu meistern. Die erfolgskritischen Kompetenzen verschieben sich also vom energiewirtschaftlichen Know-How hin zu IT Know-How. Auch das BMWi hat diese Bedeutung erkannt und den Zusatz „Digitale Agenda für die Energiewende“ an den Ausschreibungstitel angehängt. Ich glaube daran, dass dieses IT Know-How hauptsächlich bei Start-Ups zu finden ist und in Kombination mit dem energiewirtschaftlichen Know-How bei enera und dem offenen Denken der Teilnehmer zum erfolgreichen Umsetzen der Energiewende beiträgt.

Gleichzeitig konnte ich während meiner Zeit bei enera feststellen, dass enera sich wie ein Start-Up verhält. Das Projektteam unterscheidet sich in seiner Arbeitsweise, Kommunikation und eingesetzten Tools grundsätzlich von typischen Konzernstrukturen. Weiterhin existiert eine starke Dynamik und ein „Macher-Modus“. Dieser „Macher-Modus“ zieht Intrapreneure bei EWE und den anderen Konsortialpartnern magisch an. Sie wollen etwas bewegen und mit Mut und Begeisterung den nächsten Schritt der Energiewende in einem dynamischen neuartigen Team schaffen. Bei dem Kick-Off am 16.02.2015 mit den Konsortialpartnern war dieser „Macher-Modus“ deutlich zu spüren. Viele dieser Intrapreneure denken über die Grenzen ihrer eigenen Produkte hinaus und sind interessiert an der Zusammenarbeit mit Start-Ups, da hier die „Freigeister“ mit den disruptiven Innovationen vermutet werden.

Daher passen enera als Projekt und Start-Ups exzellent zusammen. enera bringt den Marktzugang, das energiewirtschaftliche Know-How und das Kapital in das Projekt ein und sucht Start-Ups mit spannenden Ideen rund um die Transformation des Energiesystems die innerhalb von enera ihr Konzept pitchen wollen.